Samstag, 29. August 2009

Eine heiße Woche

Hi ihr lieben Blog-Leser!
Meine erste Woche an der Uni in Fullerton ist schon vorüber und ich bin dankbar, wie alles gelaufen ist. Die Kurse zu denen ich mich im Vorfeld angemeldet habe, finden alle statt und ich bin nirgends auf der Warteliste. Meine Fächer sind „Engineering Surveying“ (Vermessungskunde), „Surveying Lab“ (die dazu gehörige Praxis), „Mechanics of Materials“ (Statik und Materialkunde), „Cities & Nature“ (Einflüsse der Urbanisierung), „American Government“ (Politik). Die Klassenstärke variiert von 40 Studenten in „Cities & Nature“ zu 150 in „American Government“. Alle Fächer habe ich zweimal wöchentlich und der Unterricht läuft schon auf Hochtouren. Die ersten Hausaufgaben musste ich Donnerstag abgeben. Auch gibt es in jedem Fach ein großes Projekt bzw. schriftliche Ausarbeitungen und bis zu 4 Prüfungen. Der Prüfungsstoff setzt sich aus den Vorlesungen und, unabhängig davon, aus unserem Lesestoff zusammen. Mit der Sprache klappt es sehr gut. In den technischen Fächer allerdings, muss ich manche technischen Fachbegriffe nachschlagen. Einer der Professoren ist indischer Herkunft und der Akzent macht es einem da nicht gerade leichter. Ich kann mich aber über die Professoren wirklich nicht beklagen. Womit ich mich aber noch anfreunden muss, sind die englischen Maßeinheiten. Wobei das metrische System auch in den USA eine wichtige Rolle spielt.


Ein Dinner für internationale Studenten bei einer örtlichen Kirche 

Eine tolle Einrichtung ist die einmal wöchentlich stattfindende „International Coffee Break“. Mittwochmittags gibt es die Möglichkeit internationale Studenten wieder zu treffen, die sonst über den ganzen Campus verstreut sind. Auch unsere Ansprechpartner aus der Administration sind dabei und man kann sich ganz ungezwungen unterhalten. Mit meinen Kommilitonen bin ich schon mal soweit in Kontakt, dass wir schon eine Lerngruppe ins Leben gerufen haben – jeden Mittwoch und Freitag. Außerdem habe ich Bekanntschaft mit einigen christlichen Studenten gemacht und es ist schön, wie einen der gemeinsame Glaube verbindet. Hier auf dem Campus gibt es Bibelgespräche und andere christliche Aktivitäten, wie es auch andere Clubs gibt. Einige der ethnischen Gruppen haben z.B. Clubs und vom obligatorischen Schachclub bis zu Sportfreunden jeglicher Art, kann man sich nach Vorlesungsschluss weiterhin gut beschäftigen. Und wenn man einfach nur gemütlich eine Tasse Kaffee trinken will, dann kann man das bei Starbucks direkt auf dem Campus tun. Für den sportlichen Ausgleich gibt es ein s.g. „Recreation Center“, das ein kleines Schwimmbad im Freien, mehrere Sporthallen und ein Fitnessstudio auf zwei Stockwerken beinhaltet. Das lasse ich mir natürlich nicht entgehen, zumal der Zugang für Studenten kostenlos ist.


Die Rauchschwaden zeugen von den Feuern in den Bergen

Eine Abkühlung im Schwimmbad ist echt manchmal nötig. Gerade durchleben wir hier im Süden Kaliforniens nämlich eine Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40°C. Ende August ist meist die heißeste Zeit des Jahres. In den Bergen gab es bereits die ersten kleineren Wald- und Buschbrände. Die Kalifornier nehmen es beton gelassen. Von wegen Feuer: Ich wohne ja in Anaheim und hier gibt es das weltweit erste Disneyland, das in den 1950er Jahren eröffnet wurde. Jeden Abend um 21:30 Uhr kann ich mich raus vor das Haus stellen und deren gigantisches Feuerwerk bewundern. Das hat schon was! Ja, es gibt echt viel zu erzählen, wenn alles neu ist und man dabei ist eine fremde Umgebung zu entdecken. Mehr poste ich nächte Woche.
Bis dahin viele Grüße aus OC California! Euer Simon

Sonntag, 23. August 2009

Jetzt wird studiert!

Morgen, Montag nach unserer Zeit, starten meine ersten Kurse an der California State University. Ich freue mich nun wirklich, dass es los geht mit meinem Auslandssemester. Wir internationale Studenten wurden vergangenen Donnertag schon mal königlich begrüßt. Nach einigen Einführungsseminaren, waren wir beim Uni-Präsidenten zum Lunch geladen. Dieser residiert in einer Art Landhaus, das nicht direkt auf dem Campus liegt. Jedenfalls stand in seinem Garten ein großes Zelt für uns 200 Studenten. Kellner mit Anzug und Fliege brachten Ladungen mit Essen und räumten das gebrauchte Geschirr wieder ab. Dazu gab es Reden und kleine Spielchen, damit man die verschiedenen Kultur en besser kennen lernt. Neben Deutschen, Skandinaviern und Britten, sind besonderes viele asiatische Studenten mit dabei. Heute Abend geht das Kennenlernen bei einer kleinen Beach Party weiter.

Den heutigen Sonntag genieße ich also nochmal so richtig. Nach einem morgendlichen Gottesdienst, bin ich runter ans Meer gefahren. Ich war mal wieder in Huntington Beach und sage euch, die Wellen waren unbeschreiblich. Deswegen waren auch nicht die grünen, sondern die gelben Flaggen draußen. Dennoch habe ich mich für wenigsten 10 Minuten in die Fluten gewagt. Ich bin dann auch ohne Surfbrett auf den Wellen geritten. Es waren aber vor allem richtige Surfer im Wasser und die Rettungsschwimmer haben echt genau beobachtet, was sich zwischen den Wogen tut. Nach Medienangaben sollen die Wellen in Huntington Beach heute bis zu 3 Metern hoch gewesen sein. So ein Brecher kam mir aber zum Glück nicht zu nahe.

Montag, 17. August 2009

Mit dem Zug von LA nach NYC

Eine großartige Reise quer durch die USA liegt hinter mir. Vorbei an rotleuchtenden Felsformationen, durch einsame Wüsten, weite Ebenen und Farmland bis zum Horizont ging es mit Amtraks stolzem „Southwest Chief“ von Fullerton nach Chicago. Dieser Zug folgt dem alten „Santa Fe Trail“, auf dem die Siedler vor vielen Generationen mit ihren Planwagen nach Westen gezogen sind. Dabei überwindet der Zug steile Pässe und überquert den mächtigen Mississippi River. Nach 3600 km dann erreicht er Chicago, die Metropole im Mittleren Westen.














In Chicago habe ich einen Stopp von drei Tagen eingelegt, um mir die Stadt anzuschauen. Sehr gut gefällt mir die Nähe zum Wasser. Chicago liegt an einem der großen Seen. Darüberhinaus gibt es Wolkenkratzer, Museen und Entertainment im Überfluss. Als ich in der Stadt war, gab es Konzerte im Grant Park und die berühmte „Chicago Air & Water Show“ (Kunstflieger und Rennboote). Besonders ist die Stadt aber für ihre Architektur berühmt! Nach diesen Tagen am Lake Michigan ging es weiter mit dem Zug. Diesmal hieß er „Lake Shore Limited“ und fuhr entlang der großen Seen und des Hudson Rivers nach New York.

Fünf Nächte in einem YMCA in Brooklyn – und es hat sich gelohnt. New York ist zwar furchtbar schwül und heiß und das Viertel, in dem mein Hostel lag, entspricht vielleicht nicht jedermanns Vorstellungen von einer Weltmetropole, doch für mich war es das ultimative Erlebnis. Meine Unterkunft befand sich direkt an der Jamaica Avenue und einem Abschnitt, der hauptsächlich von Einwanderern aus Puerto Rico bewohnt ist. Ein Stück wahres New York City. Die schicke 5th Avenue und die Apartmenthäuser entlang des Central Park standen aber auch auf meinem Programm. Sehr gut haben mir die trendigen Stadtteile Chelsea und West Village gefallen, in denen schicke Boutiquen in alte Lagerhäuser einziehen. Auch der Blick von Staten Island auf Manhattan und die Freiheitsstatue bleiben, denke ich, unvergessen.

Montag, 3. August 2009

Im Schatten der Traumfabrik










Am Wochenende habe ich eine andere Welt kennen gelernt, als die behütete Umgebung in Orange County. Eine Freundin aus Deutschland macht noch bis Ende August ein Praktikum im „Dream Center“. In dieser christlichen Einrichtung kümmert man sich um die Armen und die Alkohol- und Drogenabhängigen von Los Angeles. Ich durfte mit auf einen Straßeneinsatz in einem der sozialen Brennpunkte der Stadt.

Das Dream Center ist in einem alten Krankenhaus untergebracht. Vom Dach des höchsten Gebäudes hat man einen fantastischen Blick auf Downtown LA (siehe Photo).

Heute Abend geht es mit Amtrak auf große Fahrt. Ich mache mir einen kleinen Traum wahr und reise mit dem Zug von Küste zu Küste. Von Fullerton aus geht es zunächst nach Chicago. Nach drei Tagen Sightseeing am Lake Michigan, geht es weiter an die Ostküste nach New York City. In 15 Tagen bin ich wieder zurück in Kalifornien.