
An der Uni gefällt es mir weiter sehr gut, auch wenn ich manchmal über die Hausaufgaben und Tests stöhne. Die Atmosphäre unter uns internationalen Studenten lässt mich an ein olympisches Dorf mit all seinen Athleten aus aller Welt denken. Zugegeben, ich war noch nie bei Olympischen Spielen, aber ich kann behaupten, dass wir sehr sportlich miteinander umgehen. Da meine deutschen Kommilitonen sehr häufig zu Partys gehen und ich eher andere Seiten Kaliforniens kennen lernen möchte, bin ich viel mit Asiaten und zwei sehr netten Dänen unterwegs. Die Dänen heißen Astrid und Adam und ihr könnt sie mit mir zusammen auf dem mittleren Foto bewundern. Außerdem bin ich echt dankbar für meine Freunde von der christlichen Gemeinde in Fullerton (First Ev. Free Church). Sie nehmen mich mit und zeigen mir die Gegend.
Weil es so heiß ist und ich ein großer Eisenbahnfan bin, habe ich diese Woche den Zug ans Meer genommen. Ich bin nach Oceanside gefahren, das auf halbem Wege zwischen Los Angeles und San Diego liegt. Die Gleise führen über einige Kilometer direkt am Meer entlang und man hat einen tollen Blick auf die Strände und die von Palmen gesäumte Küstenlinie. Oceanside ist ein Städtchen mit einem kleinen Hafen mit Leuchtturm, einem endlosen Sandstrand und einem Pier auf dem sich die Angler treffen und ihren Fang gegen die Pelikane verteidigen. Im gemütlichen Hafen sonnen sich die Seelöwen und man merkt am übrigen Publikum, dass Oceanside als Altersresidenz gilt. Weniger gemütlich war das Schauspiel draußen auf See. Nördlich von Oceanside auf dem dunstigen Pazifik fand eine Marineübung statt. Soweit ich das beurteilen kann, war einer der imposanten Flugzeugträger der US Navy beteiligt. Duzende Militärhubschrauber waren in der Luft und transportieren Lasten von der Küste zu den Schiffen auf See. Wieder ein spannender Tag in Southern California - allerdings mit Sonnenbrand.
hat mir das Lagerfeuer am Strand am besten gefallen. Am Samstag ging es mit befreundeten dänischen, chinesischen, amerikanischen und deutschen Studenten ab ans Meer und am Abend haben wir gemeinsam gegrillt und ein „Bonfire“ entzündet. Dafür gibt es extra Feuerstellen. Dann am Sonntag wurde ich von ein paar Leuten in meiner christlichen Studentengruppe gezwungen ein deutsches Geburtstagslied vorzutragen. Ich habe „Viel Glück und viel Segen“ gesungen, weil es so schön kurz ist. Da blüht mir noch was, weil die Amerikaner auf die Idee gekommen sind ein Oktoberfest zu veranstalten. Hoffentlich muss ich nicht für deutsche Folklore und Volksmusik herhalten ;-)

Meine irischen Freunde jedenfalls konnte ich auf dem „International Street Fair“ in der Stadt Orange besuchen. Jedes Jahr am ersten Wochenende im September findet dort, im Herzen von Orange County, ein Straßenfest der Kulturen statt. Es gibt Musik aus allen Teilen der Welt und die Nationalspeisen der verschiedenen Länder. Es ist eigentlich ein Fest der Einwanderer und das macht es umso spannender. Jede Volksgruppe präsentiert ihre alte Heimat. Deutschland war mit Weizenbier und Bratwürsten vertreten, die Dänen mit süßen Leckereien, Norwegen mit Handwerkskunst und nicht zuletzt meine Iren mit Folkmusik. Bei den Griechen war die Stimmung allerdings am Besten. Eine Band spielte zum Tanz auf und kräftige griechische Mamas forderten zum Ringelreihen auf. Natürlich waren auch asiatische Länder vertreten. Wir waren in einer Gruppe aus internationalen und amerikanischen Studenten auf dem Fest (siehe Photo oben).