Nachdem es auf die Nacht zum Heiligen Abend viel geschneit hatte, mussten wir auf den Räumdienst warten, bis es zum Familienfest gehen konnte. Neuschnee und davon ca. 20 cm verwandelt Bäume und Sträucher in Kunstwerke, macht aber das Autofahren zu einem Abendteuer. In der gezuckerten Landschaft fallen Farbtupfer besonders gut auf. Auf dem Foto in der Mitte seht ihr einen der leuchtend roten Kardinalsvögel. Ich habe Stiefel ausgeliehen bekommen, damit ich die Winterlandschaft trockenen Fußes bewundern kann. Nochmehr Winterausrüstung haben ich dann später geschenkt bekommen. Es gab Ohrwärmer, ein gefüttertes Sweatshirt mit dem Schriftzug „Minnesota“ und Handschuhe. Da hat der Weihnachtsmann gute Arbeit geleistet. Ich kann meine Freunde nur als großzügig beschreiben. Da schaut man an Weihnachten mal für ein paar Tage vorbei und sahnt gleich richtig ab. Am Abend sind wir gemeinsam in den „Candle Light Service“ in der Kirche und haben Weihnachtslieder im Kerzenschein gesungen.
Neben Besuchen bei Freunden, Einkaufen in der bereits erwähnten „Mall of America“ und Schneespaziergängen, habe ich auch ein wenig Sightseeing eingeplant. Mit dem Zug habe ich einen Ausflug nach Minneapolis gemacht, der größten Stadt Minnesotas. „Minne“ ist ein indianisches Wort für Wasser und beschreibt die Lage von Minneapolis sehr treffend. Minnesota ist der Staat der 10.000 Seen und neben Seen gibt es in der Stadt am Wasser auch noch den gewaltigen Mississippi River. Neben gefrorenem Wasser habe ich aber auch Architektur bewundern können: Ein Museum von Gehry, ein Theater von Nouvel und eine Bibliothek von Pelli. Allesamt berühmte und gute Leute – da wird einem doch warm ums Herz. Zumindest bin ich bei Temperaturen von minus 7 Grad Celsius nicht erfroren ...
Durch den Schnee stapfen, Geschenke ein- und auspacken und Freunde wieder sehen. Die Zeit in Minnesota hat mir sehr gut getan und ich konnte mich von der vergangen Prüfungswoche gut erholen. Montag früh um 7 Uhr nach „US Central Time“ geht es wieder zurück nach Los Angeles, wo ich meine Schwester am Flughafen treffen werde. Darauf freu ich mich nun schon sehr und sage mit einem lachenden und einem weinenden Auge, auf Wiedersehen, Minnesota!



Das Golden Gate ist die Einfahrt in die Bucht von San Francisco
Ganz zum Gruseln war mir Donnerstagnacht. Mit einer Gruppe von Studenten (v.l.: Suhag, Alice, Daisy, Jason, Aika, Steven, ich und Karen) waren wir in Knott´s Berry Farm, einem Vergnügungspark, der vor allem für seine Achterbahnen bekannt ist. Doch im Monat Oktober ist alles anders: Monster, Leichen und Gespenster übernehmen nach Sonnenuntergang das Kommando im Freizeitpark und lehren allen Besuchern das Fürchten. Halloween lässt grüßen und so wird Knott´s Berry Farm zu Knott´s Scary Farm. Berühmt sind die Geisterhäuser und Irrgärten, in den Schausteller nur darauf warten dir Angst einzujagen. Das ist die absolute Wahnsinnsshow mit passender Musik und Dekoration. Typischer Weise berührt dich jemand unerwartet im Halbdunkel oder aus der Wand kommt etwas hervorgeschossen. Bei einer Show musste ich den „Verlobten“ spielen und habe mich ganz schön erschreckt, als die „Familie meiner Verlobten“ eine Kreissäge nur knapp über meinem Kopf vorbeischwingen lies. Das war eine nette Inszenierung. Am meisten habe ich mich allerdings vor den Achterbahnen gefürchtet und da hieß es Augen zu und durch. Es hat Spaß gemacht und ich hatte keine Albträume hinterher ;-)