Hamburg hat sich für die Festtage herausgeputzt. Die
Kaufhäuser entlang des Jungfernstiegs leuchten um die Wette, die Wasserfontaine
auf der Binnenalster ist durch einen Weihnachtsbaum ersetzt und auf den Plätzen
der Stadt tummeln sich die Menschen an Ständen mit Glühwein und Gebäck. Natürlich
sind auf einem hanseatischen Weihnachtsmarkt auch die Fischbrötchen nicht weit.
Doch richtig stimmungsvoll wird es erst, wenn der Weihnachtsmann mit seinem
Rentierschlitten über dem Rathausmarkt anschwebt. Das passiert streng nach Zeitplan
und mehrmals am Tag. Von Stahlseilen gehalten geht es wie mit einer Seilbahn
über Buden und geschmückte Tannen hinweg. Die Kinder jauchzen vor Freude und
der bärtige Mann winkt wie die Königin von England aus seinem Schlitten heraus.
Wer ein richtiger Weihnachtsmann ist, hat viel zu tun in diesen Tagen des
Advents.
| Die Binnenalster mit Christbaum und der erleuchtete und prächtig geschmückte Jungfernstieg |
Doch vergessen wir vielleicht bei all den blinkenden Lichterketten
und dem Trubel in den Kaufhäusern den Sinn von Weihnachten? Mir kommt es oft so
vor. Ich selbst schob mich letzten Samstag mit tausenden anderer
Einkaufswütigen durch Hamburgs Geschäfte und hatte noch nicht einmal einen
Blick für das, was direkt Rechts und Links von mir geschah. Die Adventszeit,
die zur Besinnung und zur Vorbereitung auf das Kommen Jesu Christi gedacht war,
ist wohl zum betriebsamsten Monat in Deutschland geworden. Und ob jetzt das
Christkind kommt oder doch nur der Weihnachtsmann anschwebt, ist uns doch
eigentlich egal. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich
verkündige euch große Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher
ist Christus, der Herr (nach Lukas Kapitel 2). Das Licht kam in die Nacht
unserer Welt an jenem Tag, der heute Weihnacht heißt. Von daher haben
die Lichterketten doch eine tiefere Bedeutung. Ich wünsche euch allen ein
gesegnetes Weihnachtsfest!