Dienstag, 1. Dezember 2009

Hoch Hinaus

Blick auf die Berge des Cleveland National Forest

Heute möchte ich euch Ed vorstellen, meinen „Roommate“ in Anaheim. Er hat im selben Haus ein Zimmer gemietet und wir teilen uns Küche und Bad. Ed ist ein begeisterter Hobbyfotograph und zusammen sind wir am Sonntag in die Berge südöstlich von Anaheim aufgebrochen. Orange County ist sehr dicht besiedelt, in den Tälern und auf den Höhen des Cleveland National Forest kann man aber unberührte Natur erleben. Bei unserem Ausflug hat uns eine Studienfreundin begleitet, die wie mein Hausgenosse aus Südkorea kommt (siehe Foto unten). Das trockene Klima im südlichen Kalifornien lässt nur eine sehr angepasste Vegetation gedeihen. Die Sträucher, Bäume und Kakteen müssen über die Sommermonate ohne Wasser auskommen und auch jetzt, zu Beginn des Winters, hat es noch nicht richtig geregnet. Die Landschaft hat aber ihre ganz eigene Schönheit und in den feuchteren Tälern stehen uralte Baumriesen. Diese säumen auch die Straßen, die bei Motorradfahrern wegen ihren langgezogenen Kurven sehr beliebt sind. Am Abend tauchte die untergehende Sonne die Berge um den O’Neill Regional Park in goldene Farben. Der Park bietet ausgeschilderte Wanderwege und Rastplätze mit Picknickbänken. Unsere kleine Wanderung auf einsamen Pfaden führte uns zu einem Ort mit toller Aussicht. Das Schauspiel des Sonnenuntergangs haben wir uns von einer Bergkuppe aus angeschaut, von der man in die umliegenden Täler sehen konnte. Das Gebiet steht unter Naturschutz und dient mit guter Luft und Stauseen als Erholungsgebiet für Wochenendurlauber.

Gruppenbild mit Jinhee und Ed, meinem Mitbewohner

Neben hohen Bergen, habe ich auch die hohe Kunst der asiatischen Küche erleben dürfen. Die ganze Region um Los Angeles ist Ort einer der weltgrößten Schmelztiegel für die unterschiedlichsten ethnischen Gruppen. Beispielsweise leben hier über eine Million Iraner, die dem Mullah-Regime in Teheran nichts abgewinnen konnten. Aber Los Angeles ist besonders als Tor nach Ostasien bekannt. Chinesen, Japaner und Südostasiaten prägen Südkalifornien in großem Maße und nennen LA ihr Zuhause. Das schlägt sich auch bei den Studentenzahlen in Fullerton nieder und ermöglicht eine unschlagbare Vielfalt an Restaurants. Damit meine ich im Besonderen solche mit authentischer Küche und Gerichten, die für Europäer sehr gewöhnungsbedürftig sein können. Freunde aus der Universität haben mich in diese Welt eingeführt und mir ihre Lieblingsrestaurants gezeigt. So war ich letzten Dienstag zum Brunch aus. Doch mit Brötchen und Quarkaufstrich hatte es nur wenig zu tun. Tatsächlich wurden mir Hühnerfüße, frittierte Meeresfrüchte und Innereien serviert. Das ist was Chinesen um 11 Uhr morgens am liebsten Essen. Alle haben sich amüsiert, wie ich mich langsam an die fremden Speisen herangewagt habe. Dass alles besser rutscht, gab es noch eine Runde Schweinefett, das auch sehr gut für die Haut sein soll. Mit dem Nachtisch in einem japanischen Café konnte ich mich aber gleich anfreunden. Es gab Grüntee-Eiscreme mit roten Bohnen. Es hat sich gelohnt etwas Neues zu probieren und nach anfänglicher Skepsis habe ich mich sattgegessen.

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