Samstag, 17. Oktober 2009

Cloudy With a Chance of Rain

Ein großes Ereignis, auf das sich der ganze Süden Kaliforniens gefreut hat, liegt hinter uns. Nach Monaten der Trockenheit hat es das erste Mal geregnet und zwar so richtig. Eines der seltenen Tiefdruckgebiete hat den Durchbruch geschafft und uns am Dienstag und Mittwoch kräftigen Niederschlag gebracht. Das war auch der erste Regen, den ich in Kalifornien erlebt habe. Zum Glück sind das befürchtete Chaos auf den Straßen und die Erdrutsche in den von den Waldbränden betroffenen Gebieten ausgeblieben. Am Mittwoch bin ich gleich nach der Uni ans Meer, weil ich die Naturgewalten, die Wellen und den Wind, erleben wollte. Allerdings war ich nur noch in der Lage die letzten Regenwolken zu knipsen (siehe Bild unten). Kaum war der Regen nämlich vorüber, hat sich der Sturm verzogen und wir haben hier wieder Sonnenschein pur und 30°C im Schatten. War allerdings auch toll zu sehen, wie es aufklart und wie sauber die Luft auf einmal ist!

In Fullerton an der Universität ist fast Halbzeit. Das bedeutet, dass ich in der letzten Zeit einige Ausarbeitungen und Klausuren zu schreiben hatte. Bis auf ein Fach hat alles sehr gut geklappt und der Unterricht macht Spaß. In „Mechanics of Materials“ allerdings habe ich etwas zu kämpfen. Unser Professor verbringt den Unterricht damit neue Formeln an die Tafel zu schreiben und verweist auf seine Sprechzeiten, wenn jemand etwas nicht versteht. Gerade versuchen wir zu beleuchten, wie sich Stahlbeton unter bestimmten Lastverteilungen verhält. Der Ärger mit der Statik wird durch meine Lieblingsvorlesungen in Stadtplanung und Politik dankenswerterweise mehr als kompensiert. Abgesehen davon haben wir nächste Woche vorlesungsfrei, weil sich Cal State Fullerton am Sparprogramm des Staates Kalifornien beteiligt. Offiziell dürfen nur die Professoren ausspannen und wir Studenten sollen weiter fleißig arbeiten. Dennoch bietet die Woche Zeit zur Erholung und die Möglichkeit für ein paar Tage das Land zu entdecken. Ich werde auf einen Trip nach San Francisco gehen. Golden Gate Bridge ich komme!

Ganz zum Gruseln war mir Donnerstagnacht. Mit einer Gruppe von Studenten (v.l.: Suhag, Alice, Daisy, Jason, Aika, Steven, ich und Karen) waren wir in Knott´s Berry Farm, einem Vergnügungspark, der vor allem für seine Achterbahnen bekannt ist. Doch im Monat Oktober ist alles anders: Monster, Leichen und Gespenster übernehmen nach Sonnenuntergang das Kommando im Freizeitpark und lehren allen Besuchern das Fürchten. Halloween lässt grüßen und so wird Knott´s Berry Farm zu Knott´s Scary Farm. Berühmt sind die Geisterhäuser und Irrgärten, in den Schausteller nur darauf warten dir Angst einzujagen. Das ist die absolute Wahnsinnsshow mit passender Musik und Dekoration. Typischer Weise berührt dich jemand unerwartet im Halbdunkel oder aus der Wand kommt etwas hervorgeschossen. Bei einer Show musste ich den „Verlobten“ spielen und habe mich ganz schön erschreckt, als die „Familie meiner Verlobten“ eine Kreissäge nur knapp über meinem Kopf vorbeischwingen lies. Das war eine nette Inszenierung. Am meisten habe ich mich allerdings vor den Achterbahnen gefürchtet und da hieß es Augen zu und durch. Es hat Spaß gemacht und ich hatte keine Albträume hinterher ;-)

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